Wilhelm Hübschs Briefe aus Amerika bieten einen genauso faszinierenden wie detaillierten Einblick in den Überlebenskampf der Amerika-Auswanderer des frühen 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1833 wanderte Hübsch als Mitglied der Mainzer Auswanderungsgesellschaft aus. Sein Entschluss, den Schritt in die neue Welt zu wagen, beruhte auf Abenteuerlust, war jedoch auch den politischen Umständen in seiner Heimat geschuldet und wurde durch glühende Berichte über ein besseres Leben in Amerika befeuert. Seine Briefe beginnen mit der Beschreibung der 55-tägigen Reise, die die Mitglieder der Gesellschaft nach New Orleans und den Mississippi und Arkansas flussaufwärts nach Little Rock führte. Dort hatten die Siedler mit Krankheiten und Entbehrungen zu kämpfen, die durch ungesunde Luft und schlechtes Wetter noch verstärkt wurden. Innerhalb von drei Jahren landete ein ganzes Drittel der Auswanderer im Grab. Die Überlebenden, wenn sie die Möglichkeit hatten, reisten wieder ab. Die meisten von ihnen waren nicht in der Lage, ihre Besitztümer zu verkaufen. Auch Wilhelms Enthusiasmus verflog, als seine Gesundheit und seine Ressourcen erschöpft waren. Entkräftet und entmutigt beschloss er schließlich zu seiner liebevollen, unterstützenden Familie zurück zu kehren und das Streben nach einer beruflichen Karriere in der Heimat wieder aufzunehmen.
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